Die europäischen Nachbarn Breslau und Berlin standen als Zentrum vieler Projekte und Events im Mittelpunkt des Kulturjahres 2016. Die Website zum Projekt Breslau Berlin basiert auf dem CMS Wordpress. Das Webdesign wurde von der Berliner Webagentur Netgenerator GmbH programmiert und von den Webdevelopern als individuelles Wordpress Theme bereitgestellt. Die Webseite wurde betrieben von Kulturprojekte Berlin, in Kooperation mit der Stiftung Zukunft Berlin.

BRESLAU - BERLIN. Europäische Nachbarn

Kulturzug Programm bis Juni 2017

Kulturzug Bahnhof Ostkreuz © Kulturprojekte Berlin

Kulturzug Bahnhof Ostkreuz © Kulturprojekte Berlin

Im Kulturzug reisen Sie zwischen Berlin, Cottbus und Wrocław mit Literatur, Musik, Theater und Ausstellungen.

Eingeladen sind über 200 Künstlerinnen und Künstler, Vereine und Institutionen aus dem deutsch-polnischen Grenzraum: Sören Bollmann, Cellolitis – Nikolaus und Umbra, Die Berliner Club Commission, Club Real, Das Helmi, DJ Aroma, DJ Delfonic, DJ Nothing, Dorota Danielewicz, Foliba, Jacek Faldyna, Søren Gundermann, Mateusz Hartwich, Dörte Hentschel, Holroyd&Frau Lehmann, Kapela Timingeriu, Wolf Kampmann, Das letzte Kleinod, Das Kleist-Museum, David König, Michael Kurzwelly, Joanna Lewicka, LUX:NM, Heike Matzer, Das Montagsorchester, Mückenheimer, Kornel Miglus, Hans Gregor Njemz, Mundo Azul, Die Neue Bühne Senftenberg, Włodzimierz Nowak, Piotr Olszówka, Wolfgang Pailer, Julia Raab, Uwe Rada, Paweł Romańczuk – Małe Instrumenty, Der Schalmeienexpress, Roswitha Schieb, Paulina Schulz, das SprachCafé Polnisch, Laura M. Schwengber, Michael F. Stoerzer, Nadia Szagdaj, Prof. Wolfgang Spyra, Das Staatstheater Cottbus, Hubert Szczęsny, Christoph Theussl & Adam Gusowski, Unithea, Iwona Uberman, Natalie Wasserman, Zielone Żabki und viele weitere mehr.

Programmleitung des Kulturzugs: Oliver Spatz

Täglich an Bord ist die Ausstellung und Bibliothek „Reisen in bester Gesellschaft“, Leitung: Ewa Strozczynska-Wille

Datum
Fahrtziel
Programm

14.04.2017
Breslau
Wolf Kampmann liest aus seinem Breslau-Roman „Schuhbrücke“.

15.04.2017
Breslau
Die schlesische Funkstunde – Radiotainment von und mit Michael F. Stoerzer

16.04.2017
Berlin
Die schlesische Funkstunde – Radiotainment von und mit Michael F. Stoerzer

22.04.2017
Breslau und Berlin
Schienenblues & Fernweh. Heike Matzer interpretiert Silly, Reiser, Karussell, Renft und andere.

29.04.2017
Breslau
Polnisch Proviant: Erste Sprachhappen für einen Tag in Wrocław mit Natalie Wasserman //
„Hey Piotr, where are you going with that guitar in your hand?“ Mit dem Kulturzug zum 15. Thanks-Jimi-Festival nach Wrocław
Mai 2017:

1.05.2017
Berlin
Eine kleine Gitarrengeschichte mit Piotr Zarzycki

6.05.2017
Breslau
Mord in der Halben Stadt – Live-Krimihörstück von und mit Sören Bollmann und Søren Gundermann

6.05.2017
Berlin
1. Clubnacht im Kulturzug

13.05.2017
Breslau und Berlin
Erzählkunst mit Dörte Henschel //
Polnisch Proviant: Erste Sprachhappen für einen Tag in Wrocław mit Natalie Wasserman

14.05.2017
Berlin
Die Höchste Eisenbahn spielt zum Muttertag.

20.05.2017
Breslau
Beratung: Vampir – Ich oder Du. Coach im Coach mit Kornel Miglus

21.05.2017
Berlin
Beratung: Vampir – Ich oder Du. Coach im Coach mit Kornel Miglus

25.05.2017
Breslau
Nimm mich (mit)! Chansons von und mit Raffete

27.05.2017
Breslau
Reisen in bester Gesellschaft: Lesung aus „Reisefreiheit“ und „Breslau/Wrocław“ mit Dr. Roswitha Schieb

27.05.2017
Berlin
2. Clubnacht im Kulturzug

28.05.2017
Berlin
Lesung und Gespräch mit Dr. Roswitha Schieb

Juni 2017:

3.06.2017
Breslau
Lesung und Gespräch mit Uwe Rada und Katarzyna Wielga-Skolimowska // Punk unplugged zu Pfingsten: Grzegorz Kmita „Patyczak”

5.06.2017
Berlin
Lesung mit Uwe Rada // Dt.-pol. Slowdatingparty mit Barbara Anna Bernsmeier und Freunden

Änderungen vorbehalten.

Mehr Informationen zu Tickets und Fahrzeiten finden Sie hier.

Aktuelle Informationen auch auf Facebook: www.facebook.com/vbbpolen

Architektur des VII. Tages –
Bauten in der Grauzone

Heilige-Jungfrau-Maria-der-Königin-von-Polen-Kirche (Świdnica), © Igor Snopek

Heilige-Jungfrau-Maria-der-Königin-von-Polen-Kirche (Świdnica), © Igor Snopek

Seit 1945 wurden in Polen 3779 Kirchen errichtet. Einfluss auf diese Entwicklung hatten sehr unterschiedliche Faktoren, darunter die wechselnde politische und wirt-
schaftliche Situation, die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils, genauso wie die rasch voraschreitende Urbanisierung.

Das Kuratoren-Kollektiv Architektura VII Dnia (Architektur des VII. Tages) präsentiert in der Ausstellung in der Galerie des Polnischen Instituts Berlin eine Sammlung von halb-offiziell ausgebauten Sakralbauten, die meist dank einer Bottom-up-Bewegung der Gemeinde errichtet wurden. Die mit einer Drohne fotografierten Kirchen erzählen von Crowdsourcing in der Prä-Internet-Ära, der Selbstorganisation der Zivilgesellschaft und von der Zusammenarbeit der Architekten mit der Gemeinde in Polen in Zeiten des Kommunismus.

Kreuzerhöhung-und-Muttergottes-Heilung-der-Kranken-Kirche (Katowice), © Maciej Lulko

Kreuzerhöhung-und-Muttergottes-Heilung-der-Kranken-Kirche (Katowice), © Maciej Lulko

Als Erweiterung der Ausstellung dient eine mit dem Berliner Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) vorbereitete Analyse zur sozialen Gestaltung und zum zivilgesellschaftlichen Engagement bei aktuellen architektonischen Bauinitiativen in Berlin. Das ZK/U-Lab präsentiert die Fallstudie des Refo-Campus als Beispiel für einen gemeinschaftlich organisierten Mikrokosmos um die zuvor wenig genutzte Reformationskirche in Berlin-Moabit.

Das Modell der Refo-CommUNITY, ein Mix aus religiösem, poli-
tischem, kulturellem und sozialem Engagement, zeigt einen der möglichen Wege Gemeinschaft neu zu definieren.

Heilige Jungfrau-Maria-Frieden-Kirche (Wrocław), © Igor Snopek

Heilige Jungfrau-Maria-Frieden-Kirche (Wrocław), © Igor Snopek

Die Fallstudie präsentiert eine Vielzahl an juris-
tischen Formen am Refo-Campus (von der regionalen evangelischen Kirche bis hin zum informellen Foodsharing) und stellt organisatorische Strukturen, unterschied-
liche Finanzierungsmodelle sowie das soziokulturelle Leben dar.

 

 

Kuratoren: Izabela Cichońska, Karolina Popera, Kuba Snopek

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U), der Kulturhauptstadt Europas Wrocław 2016 und der Stiftung Fundacja Bęc Zmiana.

In Between Festivals

Neben GRUND haben diese international bekannten Musiker sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart in unterschiedlichsten Besetzungen zusammen gearbeitet. So wie sie verschiedene Generationen und Bereiche innerhalb der Jazzszene und improvisierter Musik repräsentieren, finden ihre verschiedenen Besetzungen durch ihre unterschiedlichen Ansätze zur Musik und der Art des Zusammenspiels, großen Anklang.

Christian Lillingers GRUND © Christian Lillingers

Christian Lillingers GRUND © Christian Lillingers

Christian Lillingers Kompositionen geben die Grundlage, d. h. die Basis für das Improvisieren: große Spielräume für uneingeschränkte Kreativität aller Solisten. Das bedeutet wiederum, dass die innerhalb einer Improvisation freigesetzten Energien in einer Gruppensituation wachsen und zur selben Zeit wieder verschwinden können.

„Für mich ist diese Band ein Organismus, der keine Kompromisse macht.”

GRUNDs kompositionelles Fundament ist oft komplex gebaut und reicht von jazzigen Einflüssen bis zu totaler Dekonstruktion. Obwohl ein hoher Grad an Konzentration für diese Musik erforderlich ist, wird der Zuhörer reich belohnt.

Von GRUND erschienen bereits zwei CDs bei Clean Feed und die neueste bei Pirouet.

Christian Lillinger · Schlagzeug
Pierre Borel · Altsaxophon
Tobias Delius · Tenorsaxophon, Klarinette
Achim Kaufmann · Klavier
Christopher Dell · Vibraphone
Robert Landfermann · Bass
Jonas Westergaard · Bass

Eintritt: [in Kürze]

In Between Festivals

Hinter dem Namen “Golden Escort“, steckt  ein Russe, ein Österreicher, ein Kanadier und zwei Westfalen, die eine Musik spielen, in der es hauptsächlich um sephardische und traditionelle Balkanmelodien, aber auch um die ein oder andere Eigenkomposition geht.

Golden Escort © In Between Festivals

Golden Escort © In Between Festivals

Interpretiert werden diese Themen vor dem Hintergrund der vielfältigen, stilistischen Erfahrungen, die die 5 Musiker miteinbringen. Da geht es von Russenpop bis hinzu MikrotonalenEntertainmentGrooveJazz.

Im Vordergrund steht dabei die Freude am gemeinsamen Musizieren und diese Musik auf Konzerten zu zelebrieren. Vielleicht wird dort auch das Geheimnis um den Namen “Golden Escort“ gelüftet.

Richard Koch (AUT): Trompete
Benjamin Weidekamp (Westfl.): Rohrblatt
Valentin Butt (RUS): Akkordeon
Derek Shirley (CAN): Bass
Christian Marien (Westfl.): Schlagzeug

 

In Between Festivals

„Schon längere Zeit wollte ich mich einigen der schönsten Jazz Standards widmen, die mich immer wieder beschäftigen und dafür eine Band haben, die mir dabei hilft sie in einer reduzierten und einfachen Art zu präsentieren.

Super 700 © In Between Festivals

Super 700 © In Between Festivals

Ich freue mich darauf,  eine wunderbare Band und ein Repertoire aus altern Klassikern und einigen Originalkompositionen vorzustellen.“

Ibadet Ramadani

Ibadet Ramadani – Gesang
Christoph Bernewitz – Gitarre
Niko Meinhold – Keyboard, andere
Tommy Baldu – Schlagzeug

 

Eintritt: 10 zł

 

Kulturzug Programm im Dezember

Kulturzug Bahnhof Ostkreuz © Kulturprojekte Berlin

Kulturzug Bahnhof Ostkreuz © Kulturprojekte Berlin

Im Kulturzug reisen Sie zwischen Berlin, Cottbus und Wrocław mit Literatur, Musik, Theater und Ausstellungen.

Eingeladen sind über 200 Künstlerinnen und Künstler, Vereine und Institutionen aus dem deutsch-polnischen Grenzraum: Sören Bollmann, Cellolitis – Nikolaus und Umbra, Die Berliner Club Commission, Club Real, Das Helmi, DJ Aroma, DJ Delfonic, DJ Nothing, Dorota Danielewicz, Foliba, Jacek Faldyna, Søren Gundermann, Mateusz Hartwich, Dörte Hentschel, Holroyd&Frau Lehmann, Kapela Timingeriu, Wolf Kampmann, Das letzte Kleinod, Das Kleist-Museum, David König, Michael Kurzwelly, Joanna Lewicka, LUX:NM, Heike Matzer, Das Montagsorchester, Mückenheimer, Kornel Miglus, Hans Gregor Njemz, Mundo Azul, Die Neue Bühne Senftenberg, Włodzimierz Nowak, Piotr Olszówka, Wolfgang Pailer, Julia Raab, Uwe Rada, Paweł Romańczuk – Małe Instrumenty, Der Schalmeienexpress, Roswitha Schieb, Paulina Schulz, das SprachCafé Polnisch, Laura M. Schwengber, Michael F. Stoerzer, Nadia Szagdaj, Prof. Wolfgang Spyra, Das Staatstheater Cottbus, Hubert Szczęsny, Christoph Theussl & Adam Gusowski, Unithea, Iwona Uberman, Natalie Wasserman, Zielone Żabki und viele weitere mehr.

Programmleitung des Kulturzugs: Oliver Spatz

Leitung von „Reisen in bester Gesellschaft“: Ewa Wille

Täglich an Bord sind Fragmente der Ausstellung „Breslau/Wrocław. Gesichter einer Stadt/Oblicza miasta” und die mobile Bibliothek, kuratiert von Ewa Wille.

Datum
Fahrtziel
Programm

3.12.2016
Breslau und Berlin
Sprachanimation mit Natalie Wasserman

10.12.2016
Breslau
Im Kulturzug zu den European Film Awards nach Wrocław: Express-Coaching mit Kornel Miglus für Nominierte und mögliche Gewinner

11.12.2016
Berlin
Zurück von den European Film Awards aus Wrocław: Express-Coaching mit Kornel Miglus für Nominierte, Gewinner und alle anderen Verlierer. II. Musik auf Kleinen Instrumenten mit Paweł Romańczuk.

17.12.2016
Breslau
Das Ahnenamt – Eine Praxis und Installation von Club Real

17.12.2016
Berlin
3. Clubnacht mit Kulturzug mit DJ Aroma (Freier Eintritt in Clubs in Berlin)

18.12.2016
Berlin
Das Ahnenamt – Eine Praxis und Installation von Club Real

25.12.2016
Breslau und Berlin
Pinky Punky Christmas. Kurzfilme & Videoclips der Berliner Club&Subkultur – Weihnachten mal anders feiern, kuratiert von Andreas Döhler

26.12.2016
Breslau und Berlin
Die Geburt des Zufalls im Archiv des Staubs – Kartenlegen auf dem Kulturdeck mit Bettina Vismann

30.12.2016
Breslau
Was zwischen den Körpern passiert. Ein performativer Vortrag über Klangereignisse von Sagardia

31.12.2016
Berlin
Was zwischen den Körpern passiert. Ein performativer Vortrag über Klangereignisse von Sagardia

Januar 2017:

1.1.2017
Breslau und Berlin
Geschichten zum Jahresübergang mit Dörte Hentschel und Überraschungsgast

7.01.2017
Breslau
Sprachanimation mit Natalie Wasserman

8.01.2017
Breslau
Speeddatingparty mit Barbara Anna Bernsmeier und Freunden

Stand der Information: 8.12.2016, Änderungen vorbehalten

Mehr Informationen zu Tickets und Fahrzeiten finden Sie hier.

In Between Festivals

Sie treten nicht auf, sie steigen in den Ring. Jeder für sich, jeder für den anderen, jeder hoch konzentriert und aufnahmebereit für die blitzschnell produzierten Ideen, jeder als Impulsgeber eines musika-lischen Clinchs, der zwischen Ruhephasen und Attacke hellwach die sich entwickelnden Ereignisse existenziell werden lässt.

GROPPER/GRAUPE/LILLINGER ist nicht einfach nur eine Band – viel mehr ein pumpender, atmender, vitaler Organismus, dessen Eigenleben sich wie ein unverhoffter Glücksfall auf das Publikum überträgt.

hyperactivekid 2015 nuejazz © Ludwig Olah

hyperactivekid 2015 nuejazz © Ludwig Olah

Es wäre ein Leichtes, nur die rhythmischen Aspekte hervorzuheben, welche die musika-lischen Erkundigungen der Band ausmachen, denn genau so tragen intervallische Bestandteile zu ihren kühnen nicht-linearen Strukturen bei.

Sehr formbewusst, individuell statt als Reproduktion, fiebrig statt linear, frei, dynamisch und konspirativ spiegeln die drei trialogisch die Metropolen der Gegenwart, setzen sich ihnen aus und bewegen sich Haken schlagend durch ihre Labyrinthe. Wieder und immer mehr ist ihre Haltung dabei keine defensive. Musik von unbedingter Relevanz entsteht so, die sich immer mehr ihrer über weite Strecken auskomponierten Mittel bewusst ist.

Mit der Änderung des Namens HYPERACTIVE KID in GROPPER/GRAUPE/LILLINGER soll der Vielfalt und Ernsthaftigkeit der Musik sowie weiteren urbanen Expeditionen nichts mehr im Weg stehen. Je länger, je lieber … Wir sprechen hier von drei ineinander verflochtenen Individuen, die sich mit sichtbar gegensätzlichen Charakteren eine vielschichtige Perspektive erschaffen. Plastic flow baby!

Ronny Graupe Gitarre
Philipp Gropper Saxophon
Christian Lillinger Schlagzeug

 

Eintritt: 15 zł / 20 zł

 

Wir sind Juden aus Breslau – Kinodokumentarfilm

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz.

Jüdische Schulklasse 1938 in Breslau © Karin Kaper Film

Jüdische Schulklasse 1938 in Breslau © Karin Kaper Film

Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationen-porträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zuneh-menden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

© DAVIDS / Florian Boillot

Karin Kaper, Dirk Szuszies © DAVIDS / Florian Boillot

Eine Rolle im Film spielt auch der Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinde in Wrocław. Diese Einbindung macht die Fallhöhe deutlich, der Kontrast zum Vergangenen, zum unwiderruflich Verlorenen, wird schmerzhaft größer und deutet doch die Möglichkeit eines zarten Neubeginns an.

Deutschlandpremiere:
12.11.2016 um 15.30 Uhr Filmfestival Cottbus

Bundesweiter Kinostart ist  am 17.11.2016

Alle Kinotermine finden Sie hier

Synagoge Breslau Mai 2016 | Foto: Jonas Wilder

Synagoge Breslau
Mai 2016 | Foto: Jonas Wilder

Produktion: Karin Kaper und Dirk Szuszies

Protagonisten:
Esther Adler, Gerda Bikales, Anita Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren, Abraham Ascher, Wolfgang Nossen, Eli Heymann, Mordechai Rotenberg, Max Rosenberg, Pinchas Rosenberg, sowie eine deutsch-polnische Jugendgruppe aus Bremen und Wrocław.

Musik: Bente Kahan, Simon Wallfisch, Patrick Grant, Carlo Altomare

In Kooperation mit der Bente-Kahan-Stiftung in Wrocław. Unter der Schirmherrschaft von Rafał Dutkiewicz, Stadtpräsident von Wrocław und des verstorbenen Staatssekretärs Władysław Bartoszewski, Bevollmächtigter des Premierministers in Angelegenheiten des Internationalen Dialogs (posthum)

Projektkoordination: Maria Luft
Wissenschaftliche Beratung: Katharina Friedla

Förderer und Kooperationspartner: Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, Robert Bosch Stiftung, ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Auswärtiges Amt, Gesellschaft zur Förderung Jüdischer Kultur und Tradition e.V, Jüdische Kulturtage Berlin 2016, Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung, Deutsch-Polnisches Jugendwerk und Bethe-Stiftung im Programm „Wege zur Erinnerung“, Tönnjes E.A.S.T., Ursula Lachnit-Fixson-Stiftung, Stadt Wrocław, Stiftung Zukunft Berlin, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Europäischer Filmpreis 2016

Ein besonderes Ereignis für Europa wird Breslau erleben mit der Verleihung des Europäischen Filmpreises am 10. Dezember. Dass Breslau 2016 dieses wichtigste europäische Filmfest ausrichten darf, ist eine europäische Auszeichnung für die Stadt und erinnert daran, dass 1988 in Berlin ein Pole, der Regisseur Krzysztof Kieślowski, der erste Gewinner dieses Preises war.

28th EUROPEAN FILM AWARD © EFA/API/Michael Tinnefeld

28th EUROPEAN FILM AWARD © EFA/API/Michael Tinnefeld

Vor allem aber ist diese Verleihung des Europäischen Filmpreises 2016 eine Brücke von der Europäischen Kulturhauptstadt Berlin 1988 zur Europäischen Kulturhauptstadt Breslau in diesem Jahr. Denn Berlin hat damals für seine Kulturhauptstadt-
veranstaltungen 1988 diesen „europäischen Oscar“ erfunden und Europa geschenkt. In der Kulturhauptstadt Berlin wurde er dann auch zum ersten Mal verliehen. Und Berlin hat sich nun auch dafür eingesetzt, dass Breslau 2016 die Stadt ist, die die Ehre hat, den Preis im Rahmen ihrer Kulturhaupt-stadt-Veranstaltungen zu verleihen. So ist in diesem Jahr dieses Fest des europäischen Filmpreises auch ein gemeinsames Fest von Breslau und Berlin.

LABOR RELATIONS

Little Warsaw, Dynamus, 2008, object, © Wrocław Contemporary Museum

Little Warsaw, Dynamus, 2008, object, © Wrocław Contemporary Museum

Die erste Ausstellung mit Werken aus der internationalen zeitgenössischen Sammlung wurde seit 2011 im Zeitgenössischen Museum Wrocław aufgebaut und befasst sich mit dem Thema der „Labor Relations“. Der Ausdruck bezieht sich auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dessen Dynamik durch die gleichen Prozesse beeinflusst wird wie die globalen Märkte: Kolonialismus, Industrialisierung und Kapitalismus. Diese Kräfte formen außerdem die politische Landschaft, Migrationsziele und den Zustand von Körper und Geist.

Magdalena Jetelová, The essential is no longer visible, 1995 (2011), lightbox, © Wrocław Contemporary Museum

Magdalena Jetelová, The essential is no longer visible, 1995 (2011), lightbox, © Wrocław Contemporary Museum

Das sozialpolitische Profil der Ausstellung spielt auf die Idee Jerzy Ludwińskis an, der in seinem Beitrag im Museum of Current Art von 1966 den Aufbau eines Museums forderte, das als behutsamer Seismograf und Auslöser für Veränderungen im Bereich der Kunst fungieren sollte. Er verstand die Kunst als einen Teil der sie umgebenden Welt, einschließlich der Schwerindustrie, welche die Durchführung zahlreicher Ausstellungen und Symposien überhaupt erst finanziell ermöglichte.

 

VALIE EXPORT, Fragmente der Bilder einer Berührung, 1994, installation, fot. © Markus Krottendorfer, courtesy Charim Galerie Wien / Vienna

VALIE EXPORT, Fragmente der Bilder einer Berührung, 1994, installation, fot. © Markus Krottendorfer, courtesy Charim Galerie Wien / Vienna

Die beteiligten Künstler beziehen sich auf das Vermächtnis der Industrie, welches die Gegenwart sowohl nostalgisch als auch kritisch stimuliert. Anna Molska zeigt in Ihrer Video-Arbeit Weavers („Die Weber“) von 2009 die Minen im heutigen Niederschlesien und bezieht sich zudem auf Gerhart Hauptmanns gleichnamiges Stück.

Hauptmann, der an der Akademie der bildenden Künste Wroclaw (Breslau) seinen Abschluss erwarb, beschreibt darin den Schlesischen Weberaufstand von 1844. Die im Stück enthaltenen Texte der Arbeiterlieder zeugen von der Frustration der Weber angesichts der extrem niedrigen Nahrungsrationen, die sie als Bezahlung für ihre harte Arbeit in der Fabrik bekamen: „Wenn wir sangen, bis die Schienen krachten, wenn wir sangen, bis die Häuser der Fabrikbesitzer einstürzten – niemanden kümmert’s.” Hauptmanns Lieder sind im Kontext der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern noch heute relevant. wie  auch Jeremy Dellers Werk spiegelt.

Das Transparent mit der Aufschrift Today you have day off (2013) richtet sich an alle Arbeiter in Großbritannien mit Null-Stunden-Verträgen, die kein Recht auf soziale Absicherungen oder Mindestlöhne haben.

Auch die Beleuchtung der Ausstellung nimmt Bezug auf das industrielle Erbe. Realisiert in Zusammenarbeit mit Seva Granik spielt sie auf die illegalen Raves und Partys in verlassenen Fabrikgebäuden an, die in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren in Europa und den USA stattfanden. Deller betont, dass die Partys gleich den Fabriken zur Zeit der industriellen Revolution, gefährlich Orte waren, an denen sich männliche und weibliche Körper bei großer Hitze berührten und sich begleitet von mechanischem Lärm schüttelten.

Beim Thema Arbeitsbeziehungen dürfen auch Überlegungen zum Kolonialismus nicht fehlen, der seit dem 16. Jahrhundert durch die europäischen Staaten betrieben wurde. Der Drang, die effiziente Unterordnung der Kolonien voranzutreiben und die dort erwirtschafteten Gewinne zu maximieren, führte zu einer beschleunigten Entwicklung der Transportmittel und Kommunikationswege, die heutzutage die internationale Produktion und den Handel ermöglichen. Obwohl das Präfix zum Begriff „Post-Kolonialismus“ darauf hinweisen könnte, dass die Bereicherung von amerikanischen und europäischen Weststaaten auf Kosten Afrikas und Asiens ein abgeschlossener historischer Prozess ist, betonen viele zeitgenössische Forscher der politischen und sozialen Wirklichkeit, dass Kolonialismus in einer zynischeren und verschleierten Form weiterhin existiert. In Polen untersuchen Analysen der polnischen Kolonialpolitik von Kresy (östliches Grenzland) gewöhnlich deren Zusammenhang mit dem polnischen Feudalsystem . Jedoch wird Polens Verantwortung für die Eroberung Afrikas und Asiens gemeinhin als Witz abgewiesen, eine Anspielung auf den erfolglosen Versuch Polens,in den 1930er-Jahren Madagaskar zu kolonisieren. Inzwischen ist Polen als Handelspartner Teil der internationalen Märkte, deren Fundamente auf der Kolonialpolitik basieren.

Yinka Shonibare, Fake Death Picture (The Death of St Francis – Bartolomé Carducho), 2011, photography, © Wrocław Contemporary Museum

Yinka Shonibare, Fake Death Picture (The Death of St Francis – Bartolomé Carducho), 2011, photography, © Wrocław Contemporary Museum

Aus diesem Grund werden auch Arbeiten von Künstlern wie Yinka Shonibare oder Ed Atkins gezeigt, die sich mit der kolonialen Vergangenheit Frankreichs und Großbritanniens befassen. Handlungsstränge sind in diesem Zusammenhang der Kommunismus und Kapitalismus, als zwei Ideologien, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die Welt in Zonen des wirtschaftlichen und politischen Einflusses geteilt haben.

Arbeiten von Igor Grubić und Dominik Lang halten fest, wie sich die politischen Transformationen in diesem Teil Europas auf die Neubewertung von konkreten Kunststilen auswirkten. In der Arbeit „Little Warsaw“ (2008) des ungarischen Künstlerkollektivs Dynamus, dessen Mitglieder im Kommunismus lebten und arbeiteten, sitzt eine menschliche Figur mit gespreizten Beinen auf einem Erdball. Sie bezieht sich auf den mythischen Atlas und fungiert als Personifizierung der totalitären Bestrebungen des 20. Jahrhunderts.

Arbeiten von Monica Bonvicini, Krystian “Truth” Czaplicki und Eva Kotátková lenken die Aufmerksamkeit unterdessen auf die schlechten Bedingungen für jeden Einzelnen im heutigen Kapitalismus, und laden ein, sich mit der körperlichen und geistigen Unterordnung an die bindenden Gesellschaftsnormen näher zu befassen.

Ed Atkins, The Trick Brain, 2012, video HD 16 min. 16 sec., courtesy the artist and Cabinet Gallery (London), © Wrocław Contemporary Museum

Ed Atkins, The Trick Brain, 2012, video HD 16 min. 16 sec., courtesy the artist and Cabinet Gallery (London), © Wrocław Contemporary Museum

Kuratorin: Dr. Sylwia Serafinowicz

Werke von: Pilar Albarracín, Ed Atkins, Ewa Axelrad, Johanna Billing, Monica Bonvicini, Krystian „Truth” Czaplicki, Jeremy Deller, VALIE EXPORT, Carlos Garaicoa, Dominique Gonzalez-Foerster, Igor Grubić, Ryszard Grzyb, Binelde Hyrcan, Dominik Jałowiński, Zuzanna Janin, Magdalena Jetelová, Laurie Kang, Anna K.E., Jürgen Klauke, Eva Kotátková, Alicja Kwade, Dominik Lang, Klara Lidén, Little Warsaw, Natalia LL, Annette Messager, Anna Molska, Carlos Motta, Deimantas Narkevičius, Antonio Paucar, Joanna Rajkowska, Mika Rottenberg, Gregor Różański, Eran Schaerf, Allan Sekula, Shikeith, Yinka Shonibare, Piotr Skiba, Goran Škofić, Slavs and Tatars, Tatiana Trouvé, Krzysztof Wałaszek, Piotr Wysocki

Ankäufe in den Jahren 2012–2015 wurden durch das Ministerium für Kultur und Nationales Erbe kofinanziert.

Das Zeitgenössische Museum Wrocław ist eine öffentliche Institution der Stadt Wrocław.